Wir sind in Indiana. New York (The State), war ein Moloch, laut und schnell. Pennsylvania und Ohio, waren traumhaft – grüne und weiche Landschaften. Indiana ist nicht so prall. Sicherlich, Amerika ist sauber – viel sauberer als Deutschland. Das sieht man – zumindest auf den letzten 1850 km. Die Großstädte sind perfekt geleckt – hier und da eine Baustelle – aber alles klasse!
Trotzdem, die Tage wiederholen sich. Das Aufstehen fällt mir schwer. Ich sitze bis in den frühen Morgen an den Artikeln. Frühstück, Zimmer räumen und Moped packen. Werner ist auf Frühaufsteher – ich auch (25 Jahre Frühsendung bei Antenne Unna hinterlassen Spuren), jedoch hab ich mit den Kilometern im Sattel, auf dem Highway und mit dem wenigen Schlaf zu kämpfen. Joachim geht es genauso. OK – lieber wäre uns allen, ab 7 im Sattel der Bergsteiger und ab dafür – geht aber nicht.
Zur Abwechselung kommt Freude auf. Wir haben die Hälfte der Kilometer geschafft. 1750 km im Sattel einer ’67 Zündapp Bergsteiger. Der „WoE“ Sticker klebt auf der US 40 Washington Street – Ecke Raceway. Vielleicht kommt ja jemand vorbei und macht mal n Bild 😉
Ansonsten: Der Motor läuft rund – der Lauf ist naja (nach dem Stutz in Woodstock, am 4. Tag) „schwimme“ ich über den Highway. Immer beide Hände am Lenkrad – kann ganz schön nerven. Achim und Werner haben keine Probleme.
Mir sind ein paar Teile „abhanden“ gekommen. Die Zusatzlampe ist abgefallen, diverse Muttern liegen irgendwo auf dem Highway, der Hinterreifen war blank und der Auspuff rotzte da, wo er nicht pusten sollte und klapperte. Die Jungs aus Dayton haben mir geholfen. Auch der Vergaser zieht keine falsche Luft mehr – wie gesagt: „Frau Ella“ läuft rund.
Heute hatten wir Seitenwind. Ich erinner mich an die Fahrt nach Vietnam. Damals bin ich mit Andreas Hülsmann den „Way to Huyen“ gefahren. 15.000 km nach Vietnam mit einer 800 BMW, nur um meinem Patenkind Huyen die Hand zugeben. Auf dem sibirischen Highway fuhren wir 400 km mit Seitenwind. Das nervt. Ganz so schlimm war es diesmal nicht – nervt trotzdem.
Zwischedurch mal ne kurze Pause, Reservekanister in den Tank füllen und weiter. Landschaft „flattert“ vorbei. Kleine Ortschaften empfangen uns und spucken uns nach einer Meile wieder aus.
Alles irgendwie unwirklich. Noch vor 14 Tagen hatte ich Frühsendung. Amerika war so weit weg. Nun quere ich diesen Kontinent mit meinem Bruder Joachim und Kumpel Werner. Die Menschen, die wir treffen, sind sehr freundlich. Jedesmal, wenn wir anhalten, fragen sie nach den 3 W’s. Geduldig geben wir Antwort und Flyer. Dann gehts weiter.
Manchmal sind die Abstände so groß, dass wir uns nur noch am Horizont erkennen können. Jeder fährt für sich – lässt die Seele baumeln. Das gibt mir zumindest Platz umd nachzudenken. Was machst Du überhaupt hier, Urlaub, Sightseeing? Nein Nein Nein! Der Grundgedanke ist „Aufmerksamkeit“ zu generieren. Aufmerksamkeit für die Kinder in Vietnam – die im Vergleich zu unseren Kids in Deutschland echt am Arsch sind. Sie haben nicht den Traum von einem I-Phone oder wünschen sich zu Weihnachten mal ne X-Box. Sie wollen einfach nur die Grundbedürfnisse gestillt haben. Gesundheit, Ausbildung und Essen! Für uns selbstverständlich. Wir Bergsteigerjungs machen den „Way of Ella“ damit IHR Euch an uns erfreuen könnt. Ihr fahr mit! DAFÜR hätten wir gerne etwas Geld (um es mal auf den Punkt zubringen). Allerdings nicht für uns – sondern, damit Jürgen Eichhorn vor Ort in Hai Duong, FÜR die Kinder sogen kann. Alle Infos zu „Stars of Vietnam“ -> HIER. Musste mal raus, weil von einem „gefällt mir“ bei Facebook – wird kein Kind satt.
Das Kamerateam, Sabrina und Ben – ackern fast rund um die Uhr. Beide drehen wann immer es geht – Ben schneidet dann im Auto, wärend Sabrina fährt. Abends werden neue Pläne gemacht. Zwischendurch wird dann noch nach dem nächsten Hotel gesucht. Ihr seid der Hammer! Die DVD die entsteht, wird – so hoffe ich – im Herbst erscheinen. Der Erlöß geht zu 100 % an (na, wer weiß es?) … Stars of Vietnam.
By the way – Joachim übernimmt den „Roadmaster“ – kümmert sich um die Strecke und Werner schraubt – sobald etwas klappert. Jeder hat seinen Job.
Themenwechsel.
Mal wieder am Straßenrand die Bremse gezogen. Für diese Autos ist die Zeit irgendwann einmal stehen geblieben. „Rost in peace“.
Joachim und ich hätte liebend gern alle Autos mitgenommen. Wer möchte – hier die Kontaktadresse. Mount Meridian, US 40 – 4000, Ecke 525 E, Indiana. Telefonnummer des Besitzers – nächstes Bild.
Angekommen im Hotel. Kurz vorher – das Bild des Tages! Die „Bad Boys on Mopeds“- Achim und Werner. Die tun aber nix ;).
Morgen geht es weiter Richtung St.Louis. Übrigens, hier in Terre Haute leben rund 60.000 Menschen – aber hier is nix los.
Das Geld wird zu 100% eingesetzt – OHNE Abzüge oder Gebühren ! Helfen Sie mit – damit jedes Kind eine Zukunft hat.
Gesamtstrecke 1850 km
Grüße – Lothar
Dein Kommentar
An Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns Deinen Kommentar!