Ein unglaublicher Tag liegt hinter uns! Fast 200 km geschafft und diese waren erfüllt von vielen Dollars, weiten grünen Wiesen und kostenloser Medizin. Fangen wir mal wieder beim Breakfast an.
Bob’s Diner in Bainbridge. Wir wollten nur ’n Kaffee und dann Kilometer machen, dann irgendwann etwas zum Frühstück einwerfen. So war der Plan. Aber, Bob’s Diner war zu cool. Spiegelei, Toast und Bacon – dazu Kaffee bis zum Abwinken. Und außerdem hat hier schon Hillary Clinton gegessen – also bitte. Es dauerte keine 5 Minuten, da stand John vor uns, ihm gehörte dieser Diner. Wir plauderten über die Bikes – über Deutschland – über unsere Reise. ZACK – gab er uns 50 Dollar. Joachim meinte: „Wir haben noch 13 Minuten, bevor wir aufbrechen müssen.“ Ich sagte: „Unter 100 Dollar gehe ich hier nicht raus.“ Was ich als Scherz meinte, wurde wahr. Ein weiterer Gast zückte weitere 50 Dollar. Es war mir fast peinlich – weil es ist so einfach. Sobald wir nur die Worte „Germany, Charity, Vietnam“ in den Mund nehmen – öffnen die Amis ihr Herz und ihre Geldbörse. Zum Abschied gab’s ein Foto.
Dann wurde der „Riemen auf die Orgel“ gelegt. Bikes an und los! Amerika schlengelte an uns vorbei – Meile für Meile. Und was uns auffiel – Amerika riecht nach frisch gemähten Rasen. Überall sitzen die Opas auf den Mähern und mähen 1000de von Quatratmetern. Egal wie klein oder groß das Haus ist – mindestens 5000 qm Rasenland gehören dazu.
Tanken, Luft prüfen und wieder einmal an „Frau Ella“ schrauben. Seit dem Unfall „wackelt“ meine Lady ab 35 km/h. Da kannst Du nicht die Hand vom Lenker nehmen. Wir haben die Schwinge nachgezogen. Später habe ich die Halterung zwischen Moped und Hänger gerade gestellt – jetzt ist das Wackeln erträglich – aber immer noch da. Egal, die „paar Kilometer“ werden wir zwei schaffen!
Impressionen am Straßenrand:
Am Nachmittag trafen wir auf „Amish-People“. Sie betreiben einen Laden am Highway 96. Von der Batterie bis zu Harley Davidson Handschuhe bekommste da alles. Nur Foto machen – das ist so eine Sache. Ganz rechts (nicht auf dem Bild) drei junge Männer, mit Hut und weißem Hemd, die um die Ecke schauten. Neugierig – aber scheu.
Kurzer Stop in Ithaca. Sandwich – danach n Eis, Joachim quatscht mit Deutschland, weil Wlan überall.
Und dann kam ein Officer. Wir standen im Halteverbot. Er kam auf mich zu, schaute auf die Bikes. Ich dachte – OK … das war’s. Er fragte: „Schmeckt das Sandwich?“ … ich wäre beinahe gestorben.
Übrigens – „Frau Ella“ macht jetzt „Kunst“ – der Krümmer schmeist Öl – und das in Fahrtrichtung bei Vollgas. Da hängt echt mächtig Bumms hinter!
Ach ja – was war eigentlich mit der kostenloser Medizin? In Waterloo brauche ich Aspirin oder irgendetwas gegen Kopfschmerzen. Ständig hinter Achim und Werner herzufahren und den 2-Takt-Duft in der Nase … macht Kopfschmerzen. Also ab in die Apotheke. Der Inhaber kommt aus Indien und war total nett. Nachdem er die Bikes gesehen hat und nach dem „Warum – Wohin – Wieso“ gefragt hat – schenkte er mir die Tabletten. Anschließend bekamen wir jeweils ein Buch, einen Kugelschreiber und eine US-Fahne geschenkt! Ich sag ja – die Amis … sind total nette Menschen!
Und nun – Kopf einziehen!
Morgen sind wir an den Niagarafalls! Es sind nur noch knapp 150 km!
Liebe Grüße – die Piloten und das Kamerateam,
Joachim, Werner, Lothar, Sabrina und Ben
Gesamtstrecke 552 km
Das Geld wird zu 100% eingesetzt – OHNE Abzüge oder Gebühren ! Helfen Sie mit – damit jedes Kind eine Zukunft hat.
Hallo Lothar, Joachim, Werner, Ben und Sabrina.
Ihr nehmt die Menschen echt mit auf Eure Reise und es werden jeden Tag mehr.
Heute waren wir bei Lothars Freund (Thanh). Ihn hat er zusammen mit Andreas besucht und sein Leben wie aus dem Nichts veraendert.
Er konnte einige seiner Bilder verkaufen und er bekommt immer wieder Besuch.
Besuch hoert sich so einfach an, aber fuer einen einsamen jungen Mann bedeutet Besuch auch Ansprache, Respekt und Hilfe.
Genau dafuer steht Eure Reise.
Bin Euch mehr als dankbar
Juergen